16 April 2018 ServiceWelten Studieren im Alter Seniorenstudium16. April 2018  Endlich in Rente, endlich Zeit für Freizeit – und die will so mancher sinnvoll nutzen, z.B. für Weiterbildung. Denn die Devise lautet „lebenslanges Lernen“ und es gilt, so lange wie möglich geistig fit und „beweglich im Kopf“ zu bleiben.

So manche Rentner nutzen diesen neuen Lebensabschnitt und beginnen ein Seniorenstudium, um bestehendes Wissen zu vertiefen oder ganz neue Fachgebiete kennenzulernen. Für den einen ist es ein Erststudium, für den anderen vielleicht eine Zusatzqualifikation und der Wunsch nach einer beruflichen Neuausrichtung im reifen Alter, ggf. auch nur, um in einem bestimmten Bereich ehrenamtlich tätig zu werden.

In Deutschland bieten ca. 50 Universitäten ein solch Fächer übergreifendes Seniorenstudium an; die Rahmenbedingungen sind an die Bedürfnisse „älterer Semester“ angepasst. So ist das Studium interessenorientiert und Vorlesungen können nach eigenen Vorstellungen zusammengestellt werden. Je nach Ehrgeiz können Scheine, Zertifikate oder auch bestimmte auf Senioren zugeschnittene Abschlüsse erreicht werden.

Voraussetzungen und Kosten
An der Uni können sich Senioren als Gasthörer oder mit speziellen Seniorenstatus einschreiben. Meistens ist hierfür kein Abitur erforderlich. Die Internetseiten der jeweiligen Universitäten informieren über Studienprogramme, Studiengebühren und Zulassungsbedingungen. Zum Beispiel bietet die Uni Münster das „Studium im Alter“ und ein zusätzliches Zertifikatsstudium „Bürgerschaftliches Engagement in Wissenschaft und Praxis“ an (https://www.uni-muenster.de/Studium-im-Alter/aktuell.html); die Teilnehmer/innen nehmen an ausgewählten Lehrveranstaltungen der Uni zusammen mit den jüngeren Studierenden teil – wovon beide Seiten durchaus profitieren können. In Absprache können auch andere Veranstaltungen der Universität besucht werden. Die Gasthörergebühr beträgt 125 Euro pro Semester, unabhängig von der Zahl der besuchten Veranstaltungen. Der Akademische Verein der Senioren in Deutschland, kurz AVDS, hat einen Studienführer für Senioren und Gasthörer herausgebracht und listet auf seiner Internetseite alle Unis mit Seniorenstudiengängen in NRW auf – von Aachen über Köln und Münster bis nach Wuppertal, die Studiengebühren betragen je nach Ort 60 bis 100 Euro pro Semester: http://www.avds.de/seniorenstudium/nrw/

Das Fernstudium für Senioren wird immer beliebter
Eine neue Sprache lernen, Kunst verstehen oder sogar einen Bachelor- oder Masterabschluss in Wirtschaft anstreben: Die Alternative zur Universität ist das Studium an einer Fernuniversität oder das Belegen von Fernkursen. Das Angebot ist vielfältig und auch hier ist ein Abitur meistens keine Voraussetzung. Beim Fernstudium muss jeder für sich Vor- und Nachteile abwägen. Vorteil: Bequemes Studieren in den eigenen vier Wänden zu flexiblen Zeiten und nach eigenem Lerntempo. Studienarbeiten werden per Post an die Dozenten geschickt oder Klausuren online geschrieben. Nachteil: Höhere Kosten pro Semester und der Universitätsalltag existiert nur virtuell; zudem bleiben meistens Kontakte zu anderen Senioren-Kommilitonen aus. Anbieter sind u.a. die Euro FH und die AKAD University.

Wir wünschen Ihnen bei Ihren Weiterbildungsplänen viel Erfolg: „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“

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