23. September 2018 Wer rastet, der rostet – sagt ein altes Sprichwort, und da ist durchaus Wahres dran. Im Rentenalter auf der faulen Haut zu liegen oder nach einem bewegten Berufsleben in ein tiefes Loch zu fallen, kommt für viele agile Senioren nicht in Frage. Sie haben ausreichend Zeit und möchten diese sinnvoll nutzen: Sie engagieren sich im Ehrenamt!

Ehrenamt ist ein Gewinn für alle
Ehrenamt tut gut: Senioren verfügen über Erfahrung, Wissen und Fähigkeiten und viele Senioren wollen diesen „Schatz“ einbringen und setzen sich im Ehrenamt für andere Menschen und sinnvolle Projekte ein. Mit diesem Engagement leisten sie einen wichtigen Beitrag, auf den unsere Gesellschaft nicht verzichten kann. Wenn sich Senioren ehrenamtlich engagieren, profitieren immer beide Seiten davon: Zum Beispiel hat die gemeinnützige oder soziale Einrichtung durch den Senior personelle Unterstützung, die sie sich normal nicht leisten könnte; auf der anderen Seite fühlen sich Ruheständler wieder gebraucht, sie sind in ein soziales Gefüge eingebunden, sie lernen neue Menschen kennen und knüpfen Kontakte statt einsam zuhause die Zeit totzuschlagen – und sie fühlen sich zufrieden, weil sie etwas Sinnvolles tun.

Viele Möglichkeiten und Ideen für Ehrenämter
Es gibt viele Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren – sozial, kulturell, im Tier- und Umweltschutz, bei Wirtschafts- und Wissenschaftsprojekten, in der Seniorenarbeit.
Eine Möglichkeit ist die Arbeit bei den ortsansässigen „Tafeln“, die Essen an Bedürftige ausgeben. Hier können Senioren z.B. die Essensausgabe übernehmen.
Eine weitere Idee für ein Ehrenamt ist für fitte und mobile Senioren geeignet: Sie unterstützen Gleichaltrige, die z.B. gesundheitliche Probleme haben und ggf. selbst nicht mehr beweglich sind; sie machen kleine Besorgungen, leisten Gesellschaft und bieten diesen Menschen Abwechslung und Unterhaltung im Alltag.
Senioren können sich im Ehrenamt aber auch der jungen Generation widmen und z.B. die Hausaufgabenbetreuung oder Nachhilfe in Schulen übernehmen, Deutschunterricht für Kinder mit Migrationshintergrund anbieten oder in Kindergärten regelmäßig vorlesen oder Bastelstunden organisieren.
Kirchen und Vereine sind generell dankbar für jede Art von Unterstützung, denn meistens fehlt es oft an Personal, so dass „Ehrenamtler“ stets willkommen sind.
Wer es „tierisch“ mag und fit ist, kann sich als „Gassigeher“ im Tierheim bewerben – die Hunde sind dankbar dafür, wenn sie aus ihren Zwingern rauskommen und die Tierheimmitarbeiter sind auf ehrenamtliche Unterstützer angewiesen.
Ebenfalls können Senioren jungen Menschen, z.B. Schulabgängern und Studenten, dabei unterstützen, ein Unternehmen zu gründen – sie helfen in der meist schwierigen Startphase und geben Ihr Wissen aus dem eigenen Berufsleben weiter. Zudem gibt es deutschlandweit verschiedene Projekte, die ganz bewusst Unternehmer und Manager im Ruhestand in die Projektumsetzung mit einbeziehen, um so Fachwissen und Erfahrung für die jüngere Generation nutzbar zu machen und für die Zukunft zu erhalten.

Was will ich tun?
Wer ein gut passendes Ehrenamt für sich finden will, muss für sich zunächst ein paar Fragen klären: Wie viel Zeit kann ich für ein Ehrenamt erübrigen? Welche Erwartungen habe ich an mich und die zukünftige Aufgabe? Gibt es besondere Themen oder Bereiche, die mich interessieren und für die ich mich „stark“ machen will? Welches Wissen und welche Fähigkeiten habe ich, die ich weitergeben will? Will ich das Ehrenamt in meiner Stadt oder in der Nachbarstadt ausüben? Soll es die Kirche, ein Verein oder eine andere Organisation sein, für die ich ehrenamtlich arbeite?

Wo finden Senioren „ein Ehrenamt“?
Ein Weg, ein Ehrenamt zu finden kann sein, sich an Ortsvereine, Sozialstationen, Seniorenzentren, Behinderteneinrichtungen, Sozialdiensten für Migranten, Kindertageseinrichtungen/Kindergärten, Jugendhilfen und Grundschulen, persönlich zu wenden. Zudem gibt es sogenannte „Freiwilligenagenturen“ – sie sind Anlaufstellen für alle Menschen, die sich engagieren und freiwillig arbeiten wollen. Informationen zu dem Netzwerk finden Sie hier: www.bagfa.de und jede Menge Wissenswertes lesen Sie hier www.lagfa-nrw.de Sie können auch unter dem Stichwort „Ehrenamtagentur“ in Verbindung mit dem Namen Ihrer Stadt bei google recherchieren. Die meisten großen Städte, wie z.B. Münster oder auch Gelsenkirchen, haben eine solche Ehrenamtagentur bzw. Freiwilligenagentur.

 

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