Opa zieht ein! Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, alte und pflegebedürftige Familienmitglieder in ihrer gewohnten Umgebung zu pflegen oder bei sich zu Hause aufzunehmen – übergangsweise oder langfristig. Ein speziell eingerichtetes Pflegezimmer für Senioren, dass funktional wie auch wohnlich und gemütlich ausgestattet ist, wäre optimal. Bei der Einrichtung und Ausstattung eines Pflegezimmers gibt es einige Aspekte zu beachten – die wichtigsten wollen wir Ihnen heute vorstellen.

WAS IST EIN PFLEGEZIMMER?
Ein Pflegezimmer ist für den pflegebedürftigen Senior einerseits Schlafzimmer, andererseits Krankenzimmer – zweckmäßig, aber nicht zu steril eingerichtet. Da das Pflegezimmer der neue Lebensmittelpunkt des Pflegebedürftigen sein wird, gehören für den Wohlfühleffekt kleine Möbel, Fotos und Erinnerungsstücke in diesen Raum; und damit die Person in den Alltag integriert wird, wäre die Nähe zur Küche oder Wohnzimmer wünschenswert.

PLANUNG UND AUSSTATTUNG
Das Pflegezimmer sollte auf die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen abgestimmt sein: Welche Pflege wird benötigt? Welche Erkrankung liegt vor? Wie eingeschränkt ist die Person in ihrer Mobilität? Ist sie ggf. bettlägerig? Sitzt das zu pflegende Familienmitglied im Rollstuhl oder kann es sich mit einem Rollator selbständig bewegen? Bei der Einrichtung müssen Aspekte wie Größe, Bodenbelag, Lage ebenso berücksichtigt werden wie der Standort des Pflegebetts und die Platzierung der Pflegeutensilien, Sitzgelegenheiten sollten ohne Mühe einfach erreichbar sein.

• Optimal ist ein Raummaß zwischen 15 und 23 m²
• Ebenmäßiger, leicht zu reinigender Bodenbelag: z.B. Fliesen, Naturstein Linoleum
• Nähe zum WC oder barrierefreien Badezimmers
• Nähe zu Küche und Wohnzimmer, um den Alltag mitzuerleben
• Möbel: Pflegebett mit Nachtisch und Lampe, Sessel, kleiner Tisch, kleine Wandregale sowie ein kleiner Schrank bzw. Kommode für die diskrete Aufbewahrung von Pflegematerialien, wie z.B. Einmalhandschuhe und Medikamente
• Weitere Ausstattung: Papierkorb mit Hygienebeutel und Deckel, TV-Gerät, Radio, Wanduhr, Telefon, Bücher und Rätselhefte für Gehirnjogging, ausreichende Beleuchtung, Grünpflanzen

PFLEGEBETT IM ZENTRUM
Das Pflegebett steht im Mittelpunkt der Planung; bedingt durch seine Konstruktion und Ausstattung erhöht es den Komfort im Alter zum einen und trägt ggf. zur Linderung von Beschwerden bei, zum anderen wird die Pflege und Versorgung vereinfacht. Das Pflegebett sollte auf die individuellen Bedürfnisse und Einschränkungen angepasst sein und so platziert sein, dass es von allen Seiten her zugänglich ist; optimal ist auch ein Standort, von dem aus die pflegebedürftige Person vom Bett aus immer direkt sehen kann, wer das Zimmer betritt und ihr im besten Fall einen Blick zum Fenster ermöglicht. Die meisten Pflegebetten sind in der Höhe verstellbar; bei der Höhe der Liegefläche ist die Körpergröße der pflegebedürftigen Person eine gute Orientierung, das Aufstehen und Hinlegen wird so erleichtert. Ein Seitengitter sorgt für Sicherheit, ein installierter Hausnotruf, alternativ eine Klingel oder Glocke, sollte in Reichweite sein, um Hilfe zu rufen. Hilfreich ist auch ein schwenkbarer Aufrichter, so dass die Person sich selbständig oder mit Hilfe im Bett aufrichten kann.

PFLEGEBETT BEANTRAGEN
Das Sozialgesetzbuch X1 (SGB 11) regelt und definiert die Voraussetzungen, die vorliegen müssen, um ein Pflegebett bei der gesetzlichen Krankenkasse zu beantragen. Zunächst stellt der behandelnde Arzt ein Rezept aus, mit dieser Verordnung bestätigt er die Notwendigkeit des Pflegebettes. Auch der medizinische Dienst (MDK) kann im Rahmen einer Pflegegradbegutachtung die Notwendigkeit vermerken. Der Krankenkasse wird diese Verordnung vorgelegt; diese prüft und befürwortet das ggf. das Pflegebett. Anschließend sollte man sich, z.B. im Sanitätshaus, umfassend beraten lassen.

FÖRDERUNG VON UMBAUTEN
Pflegebedürftige Menschen, die einen Pflegegrad (ehemals Pflegestufe) haben, können einen Zuschuss für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes beantragen. Der Zuschuss zu den Kosten für die baulichen Veränderungen zur Wohnungsanpassung beträgt maximal 4.000 €. Es liegt im Ermessen der Pflegekasse, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe ein Zuschuss gewährt wird. Zudem bietet die KfW Bank zinsgünstige Kredite für altersgerechte Umbauten.

PERSÖNLICHE BERATUNG
Pflegedienste, caritative Einrichtungen sowie Firmen rund um die altersgerechte Wohnraumanpassung finden Sie im Netzwerk der ServiceWelten e.V. – sie beantworten gerne Ihre Fragen rund um das Thema „Pflege zu Hause“, „Pflegebett“ sowie seniorengerechte und barrierefreie Umbauten.

 

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