THEMEN FÜR SENIOREN

Seniorengerechte Küche – barrierefrei entspannt Kochen

Immer mehr Senioren bleiben im Alter in den eigenen vier Wänden wohnen, wollen unabhängig sein und sich selbst versorgen: Kochen, Backen – endlich hat man Zeit dafür; zudem gehören selbstgekochte kulinarische Genüsse zur Lebensqualität. Damit älteren und mobil eingeschränkten Personen das Agieren in der Küche einfach fällt und sie ohne fremde Hilfe im eigenen Zuhause klarkommen, macht es Sinn, die Küche seniorengerecht einzurichten.

KOCHEN IM ALTER IST ANDERS
Aber, was heißt das eigentlich? Und welche technischen und baulichen Einrichtungen müssen geplant werden? Wie sieht die Küche für Senioren und BestAger aus und wie muss sie ausgestattet sein? Eine gute Planung ist das A und O und mittlerweile gibt es zahlreiche Küchenstudios, die seniorengerechte wie auch barrierefreie Küchen auf Maß planen – die sind dann ergonomisch, topmodern, technisch auf dem neuesten Stand. Die Küchenplaner kommen zu Ihnen nachhause und machen sich ein konkretes Bild von den baulichen Begebenheiten; zudem ist der Einbau einer barrierefreien Küche genormt (DIN NORM 18040-2) und Vorgaben einzuhalten. Wer aber gegebenenfalls seine vorhandene Küche nach altersgerechten Komfortmaßstäben umgestalten will, sollte bei der Planung und Umsetzung eine Handvoll Details beachten. Umbauten, die eine Barrierefreiheit zum Ziel haben, sollten grundsätzlich von Fachunternehmen durchgeführt werden. Das ist vor allem dann erforderlich, wenn die Maßnahmen zur Wohnraumanpassung durch die Pflegekasse (bis zu 4.000 Euro mit Pflegegrad) gefördert werden oder beim altersgerechten Umbau ein KfW-Zuschuss beantragt werden soll.

TIPPS FÜR EINE KOMFORTORIENTIERTE KÜCHE:

KÜCHENTÜR: Damit die Küche gut zugänglich mit Rollstuhl oder Rollator zu erreichen ist, sollte die Tür über eine Durchgangsbreite von mindestens 90 cm verfügen; die Schwellenhöre darf höchstens 2 cm betragen.

BODENBELAG: Ein rutschfester, hygienischer und ebenmäßiger Boden ist optimal: z.B. Fliesen oder Linoleum.

ARBEITSFLÄCHEN: Die Arbeitsflächen sollten, wenn möglich, höhenverstellbar sein, so dass ein ergonomisches und bequemes Arbeiten im Stehen oder Sitzen möglich ist. Gerade für Rollstuhlfahrer sind unterfahrbare Arbeitsflächen, unterfahrbare Spüle, ein unterfahrbares Kochfeld sowie ein unterfahrbarer Tisch unerlässlich, Unterschränke werden durch praktische Roll-Container ersetzt.

 SCHRÄNKE: Bei modernen barrierefreien High-Tech-Küchen lassen sich per Knopfdruck sogar Ober- und Hängeschränke elektronisch auf Körperhöhe absenken und können sogar leicht gekippt werden. Ansonsten sind eher Schubladen und Auszüge statt Schränke mit Türen vorteilhafter.

UNTERSSCHRÄNKE: Leichtgängige Vollauszüge bei Unterschränken sind Pflicht und auch der Abfalleimer sollte in einem Schrank mit Auszug integriert werden – gemäß der Devise: „So wenig bücken wie möglich“.

BACKOFEN, KÜHLSCHRANK, GESCHIRRSPÜLER, KAFFEEVOLLAUTOMAT: Viele moderne Küchen sind bereits mit Backofen mit Vollauszug auf Höhe der Arbeitsflächen bzw. auf Körperhöhe ausgestattet – eine einfache Bedienung ist so möglich; gleiches gilt für Kühlschrank und Geschirrspüler.

INDUKTIONSHERD: Ein hohes Maß an Sicherheit bieten Induktionskochfelder, daher werden sie bevorzugt in senioren- wie auch in behindertengerechte Küchen eingebaut.

SPÜLE: Empfehlenswert ist eine Spüle mit Brauseschlauch und Einhebel-Mischbatterie mit Temperaturbegrenzer.

BELEUCHTUNG: Eine helle Beleuchtung im Raum wie auch an den Arbeitsflächen ist wichtig.

ELEKTROANSCHLÜSSE: Steckdosen und Lichtschalter in Blenden sollten unter der Arbeitsplatte integriert sein.

KOSTEN
Welche Kosten beim Umbau und Umgestaltung anfallen, ist abhängig von den individuellen Ansprüchen und Notwendigkeiten.Im Netzwerk der ServiceWelten gibt es Fachunternehmen, u.a. Firmen für die Wohnraumanpassung, die Ihnen mit Rat und Tat beim Umbau einer seniorengerechten Küche zur Seite stehen. Und wie bereits oben erwähnt, fördert die KfW Bank das barrierefreie Wohnen für Senioren durch verschiedene Förderprodukte.