THEMEN FÜR SENIOREN

Plastikmüll vermeiden – im Haushalt und beim Einkaufen

Ob Senioren, Singles, Familien – das Thema ist brandaktuell und geht uns alle an: Plastikmüll. Beim Verpackungsmüll ist Deutschland EU-Spitzenreiter. Jeder von uns verbraucht bzw. konsumiert in etwa 220 Kilogramm Plastikmüll pro Kopf und Jahr – das ist eindeutig zu viel. Gerade beim Einkauf von Lebensmitteln und anderen Alltagsprodukten sind diese häufig in zu viel Plastik verpackt.

Wir zeigen einige Wege auf und geben Einkaufs- und Haushaltstipps, unnötigen Plastikmüll zu vermeiden. „Zero Waste“ ist eine wachsende Bewegung und hat viel mit unserer persönlichen Lebenseinstellung zu tun – für Umwelt, Natur und Klima wäre es nachhaltig, wenn immer mehr Menschen bewusster leben und konsumieren.

Was können Sie tun? Tipps für ein Leben mit weniger Plastikmüll

„JUTE STATT PLASTIK“
Der Spruch ist mittlerweile 40 Jahre alt und war in den 1980er eine Bewegung gegen unsere „Wegwerf-Mentalität“ – mittlerweile ist der Slogan wieder in aller Munde. Ganz gleich, ob Shoppingbummel oder Lebensmitteleinkauf – wer nachhaltig einkaufen will, verzichtet auf die klassische Plastiktüte und hat stattdessen immer einen oder zwei Baumwollstoffbeutel dabei. Kleingefaltet passt der in jede Jacken- und Handtasche. Fast jeder Supermarkt bietet diese Stofftaschen für kleines Geld an der Kasse an.

VERZICHTEN SIE AUF EINGEPACKTES OBST UND GEMÜSE
Gurken, Paprika und Tomaten in Folie, ebenso Wurstaufschnitt und Käse in Plastikverpackungen, Joghurt in Kunststoffbechern – der Handel, besonders Discounter, macht es Menschen schwer, Lebensmittel unverpackt zu kaufen. Wählen Sie Supermärkte aus, die unverpacktes Obst und Gemüse anbieten. Nutzen Sie statt Plastikbeutel ein Mehrwegnetz, Jutetaschen, einen Pappkarton, in dem sie Obst und Gemüse praktisch mehrfach, und ohne Schaden zu nehmen, transportieren können. Kaufen Sie Ihre Wurst- und Käsewaren an der Frischetheke – inklusive nettem Schwätzchen. Ebenso schmeckt ein Laib frisches Brot aus der Bäckerei besser, als das in Folie eingepackte beim Discounter. Unser Tipp: Kaufen Sie auf dem Wochenmarkt ein und bringen Sie Ihre Behälter selbst mit für einen sicheren Transport.

MILCH UND JOGHURT IM GLAS KAUFEN
Mittlerweile gibt es Joghurt und Milch im (Pfand)Glas zu kaufen – bevorzugen Sie Marken, die auf Plastik verzichten. Im besten Fall sind es Mehrweg-Gläser und die Milchprodukte stammen aus der Region. In ländlichen Gemeinden bieten regionale Bauern ihre Milch zum selbstabfüllen in Glasflaschen an und selbst der eine oder andere Supermarkt bietet solche „Milchtankstellen“ an.

AUF FERTIGGERICHTE VERZICHTEN
Tiefkühle-Gerichte wie Pizza, Paella & Co. sind praktisch, wenn es mal wieder schnell gehen muss. Doch diese Fertiggerichte stecken nicht nur voller Zucker, Fette und künstlicher Zusatzstoffe, sondern „produzieren“ jede Menge Verpackungsmüll. Statt Fertiggerichte zu essen kann man ggf. im Vorfeld mit ein bisschen Planung größere Mengen (vor)kochen, diese in gewünschten Portionen selbst einfrieren und bei Bedarf erwärmen.

WASSER IN GLASFLASCHEN ODER LEITUNGSWASSER TRINKEN
Sie sind praktisch, beliebt und verzeihen auch schon mal einen Stoß – PET-Flaschen, gefüllt mit Wasser. Dabei gehört Deutschland zu den Ländern der Welt, wo das Leitungswasser unbedenklich getrunken werden kann und es überall von sehr guter Qualität ist – sofern keine Bleileitungen im Haus sind. Wer auf Leitungswasser und eine wiederbefüllbare Wasser- oder Edelstahlflasche umsteigt, spart jede Menge Geld und vermeidet zudem noch Plastikmüll. Die Verbraucherzentrale schreibt „…Leitungswasser ist circa 100-Mal preiswerter als Mineralwasser aus Flaschen und wird direkt frei Haus geliefert. Die Klimabelastung durch Mineralwasser in Deutschland im Durchschnitt 600-Mal höher als bei Leitungswasser…“ Das sind klare Argumente, oder?

MEHRWEG STATT EINWEG
Auch andere Getränke sollten Sie bevorzugt in Mehrwegflaschen aus Glas kaufen, da diese bis zu 50 Mal befüllt werden und einen guten Beitrag zum Umweltschutz leisten. Leider sieht sie Realität anders aus und das resümiert die Deutsche Umwelthilfe so: „… das dominierende Packmittel sind leider immer noch unökologische Plastik-Einwegflaschen.“ Deshalb: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und geben sie „Mehrweg eine Chance“.

KEINE CHANCE FÜR WEGWERFGESCHIRR
Egal, ob Grillparty oder Picknick im Park – es gibt Alternativen zu Einwegtellern und Besteck aus Plastik. Zudem hat die Europäische Union beschlossen, dass unter anderem Wattestäbchen, Plastikgeschirr und Trinkhalme vom Markt genommen werden. Ab 2021 soll ein weitreichendes Verbot von Einwegplastik gelten. Alternativen zum Einweg-Teller sind zum Beispiel Teller aus Holz oder aus Zuckerrohrfasern (Bagasse), die durch eine pflanzliche Beschaffenheit punkten.

SEIFE STATT FLÜSSIGKEIT
Flüssigseife aus dem Plastikspender ist praktisch, aber nicht umweltfreundlich, weil die meisten Behälter nicht wiederverwendet werden, sondern auf dem Müll landen. Am besten für Umwelt und Natur ist das „gute alte“ Stück Seife, die plastikfrei auskommt. Gleiches gilt für Waschpulver – hier sollten Sie die Kartonvariante bevorzugen. Mittlerweile gibt es in einigen Großstädten „Unverpackt-Läden“, die leere Shampoo- und Duschgel-Flaschen nachfüllen.

KAFFEEBECHER MITNEHMEN
Coffee To Go! Der Kaffee unterwegs ist normal für jeden von uns. Aber, wussten Sie, dass Deutschland 320.000 Einwegbecher verbraucht – und das pro Stunde? Die meisten sind außen aus Pappe und innen mit einer dünnen Plastikbeschichtung ausgestattet, der Deckel ist fast immer aus Plastik. Hier muss ein Umdenken seitens der Anbieter und der Konsumenten stattfinden, an Lösungen, wie z.B. ein Pfandsystem auf Becher, wird gearbeitet. Der einfachste und schnellste Weg für mehr Umweltbewusstsein „to Go“ ist ein Thermobecher, den man immer dabei hat – dann klappt das auch mit dem Umweltschutz.